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Erfahrungsbericht Flugkurs Birrfeld (Kurs 1-28-2025)

Kurs, Kandidaten, ehrliche Meinungen. Die Birrfeld-Story gibt’s hier!

Einleitung Dieser Bericht hat zum Ziel, dir unser SPHAIR-Praktikum an der Fliegerschule Birrfeld näherzubringen, damit auch du hier zum ersten Mal fliegen kannst. Die zwei Wochen, die wir an der Fliegerschule Birrfeld verbringen durften, waren sowohl intensiv als auch äusserst eindrucksvoll. Am Montag steigt man bereits zum ersten Mal in eine Piper PA28 Warrior oder Cadet und hebt zum ersten Mal in die Luft ab und bereits zum Ende der Woche landeten die ersten von uns das Flugzeug selbstständig auf dem Runway. Auch wenn das Tempo hoch und die Lernkurve steil ist, hat man die Chance, jeden Flug zu geniessen und sein Bestes zu geben. Im Folgenden berichten wir dir aus der Perspektive von SPHAIRKandidaten*innen über die Highlights des Kurses, den typischen Tagesablauf und was du vorbereiten solltest, um hier wirklich erfolgreich starten zu können.

Highlights Eine gute Teamdynamik ist entscheidend und bei uns hat das wunderbar funktioniert. Wir bereiteten uns gemeinsam auf die Flüge vor, joggten zusammen um den Flugplatz und liessen den Abend auch mal mit dem Film „Top Gun“ ausklingen. Für diejenigen, welche noch nie in einem Kleinflugzeug unterwegs waren, war der erste Flug ein unvergessliches Erlebnis, doch danach geht es Schlag auf Schlag. Man ist ständig mit sehr viel Neuem konfrontiert. Dabei muss jeder seine eigene Strategie finden, um damit umgehen zu können, denn am nächsten Tag kommt immer der nächste, anspruchsvollere Flug. Man ist konstant mit neuen Herausforderungen konfrontiert, wie mit einem Navigationsflug zu einem Militärflugplatz oder Manövern wie Steep-Turns mit bis zu 60 Grad Bank. Aber auch auf dem Flugplatz Birrfeld gibt es genügend Action: Man fliegt enge Platzrunden und übt abends im Cockpit die Checks & Procedures.

Einer der grössten Vorteile hier auf diesem Flugplatz ist, dass man häufig auf andere Piloten trifft. Der Austausch mit diesen führt zu interessanten Gesprächen und manchmal sogar zu einem Blick in das Cockpit eines aussergewöhnlichen Flugzeuges. Das Highlight hierbei war klar, dass wir eine Antonov 2 dem grössten einmotorigen Doppeldecker von innen kennenlernen durften und sogar mit «Täxelen» durften.

Typischer Tag Wichtig zu bemerken ist das man im Birrfeld alles direkt vom Flugplatz aus machen kann. Es gibt gute Zimmer und ein super Restaurant und man braucht keine 2 Minuten, um das Flugzeug von dort aus zu erreichen. Ein typischer Tag startet mit den Flugzeugvorbereitung am Boden (sog. Outside Check), dem Betanken und ist gefolgt vom allseits beliebten Meteo-Briefing. Danach folgt Flugbetrieb oder Theorie, abhängig vom Wetter. Wir hatten in diesem Kurs Glück und konnten jeden Tag mindestens einmal fliegen. Am Nachmittag wird dann nochmals geflogen oder die Theorie für den nächsten Flug vorgestellt, und dann startet bereits die Vorbereitungen für den nächsten Flug und das Nachtessen wird serviert. Allgemein lässt sich sagen, dass die erste Woche im Vergleich zur zweiten theorielastiger ist, aber wenn die Basics sitzen, nimmt der Anteil der Theorielektionen ab, dafür werden natürlich die Flüge anspruchsvoller.

Ein kleiner Tipp: Schaut, dass ihr auch irgendwann mal Feierabend macht. Wie du dir sicher vorstellen kannst, braucht Fliegen viel Konzentration und Erholung ist essenziell, um gut performen zu können. Versucht deshalb lieber gemeinsam etwas zu unternehmen oder mit etwas Sport den Kopf zu lüften.

Vorbereitung Die Vorbereitung auf den Kurs ist individuell, nicht jeder lernt im gleichen Tempo. Achte trotzdem darauf, dass du genügend Zeit einplanst, denn einmal im Kurs angekommen, gibt es einen Entry Test. Bei uns gab es verschiedene Ansätze zur Vorbereitung, manche haben das ganze «Grundlagen und Verfahren» (GuV & Lernprogramm) gelesen, andere nicht einmal die vorgeschriebenen Kapitel. Was definitiv wichtig ist, sind die Checks und Procedures, die werden dir von der Flugschule zugeschickt. Dabei solltest du vor allem versuchen zu verstehen, was du machst und wo die Knöpfe und Schalter sind, denn die Checks sind relativ logisch aufgebaut und im Kurs sehr zentral. Das Nächste, was Du dir anschauen solltest, ist die Geografie der näheren Umgebung. Flüsse und Kraftwerke gibt es hier definitiv genug und diese helfen dir bei der Orientierung aus der Luft. Kleiner Tipp dazu: Wenn du auf Google Earth gehst und die 3D-Ansicht wählst, ist das ziemlich ähnlich, wie der Blick aus dem Flugzeug. Zum Thema Simulator zu Hause, dass ihr etwas vorsichtig sein solltet. Es ist nicht generell schlecht sich damit vorzubereiten, birgt aber die Gefahr, sich falsche Mechanismen anzutrainieren. Deshalb würden wir dir eher davon abraten.

Fazit Das Sphair-Pilotenpraktikum ist in erster Linie eine Selektion. Dabei erhält man eine gute Ausbildung aber in sehr schnellem Tempo, weshalb es wichtig ist, immer dranzubleiben und Fehler schnell zu korrigieren. Für uns alle waren die zwei Wochen anstrengend und vergingen sehr schnell, aber jeder von uns ist froh hier im Birrfeld fliegen gelernt zu haben. Wir hatten eine grossartige Zeit. Im Grunde können wir dir nur empfehlen, solltest du dich in irgendeiner Form für das Fliegen interessieren, dann ergreif die Möglichkeit das SPHAIR-Pilotenpraktikum zu absolvieren. Die zwei Wochen hier auf dem Flugplatz Birrfeld waren überwältigend, spannend, lehrreich, anstrengend, lustig, stressig – aber vor allem eine Erfahrung fürs Leben.

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