Kandidaten im Sprungkurs SPHAIR
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Erfahrungsbericht Sprungkurs Kappelen (Kurs 1-03-2026)

Mehr als nur Springen - Unser Fallschirmkurs 1.

Kursstart Als einer der Ersten komme ich am Samstagmorgen auf dem Flugplatz an. Nach und nach treffen weitere Kandidaten und Instruktoren ein. Die Stimmung ist überraschend locker, etwas Smalltalk und noch keine Spur davon, wie die nächsten zwei Wochen aussehen werden. Doch pünktlich um 09:00 Uhr beginnt der Kurs. Wo vorher noch gemütlich gegangen wurde, wird jetzt gejoggt. Der Fallschirmkurs hat begonnen.

Morgensport Um 06:00 Uhr ist die Nacht schlagartig vorbei. Egal, ob durch laute «Morgensport!»-Rufe, eine aufgedrehte Musikbox nach wenigen Sekunden ist garantiert jeder wach. Viel Zeit zum Nachdenken bleibt sowieso nicht, denn innerhalb weniger Minuten müssen wir draussen bereitstehen. Wenn auch nur einer zu spät kommt, dürfen alle direkt mit 17 Liegestützen in den Morgen starten. Danach folgt eine halbe Stunde intensiver Morgensport: Sprints, EMOMs, Ausdauer oder Übungen, bei denen wir als Team funktionieren müssen. Erst dann geht es weiter ins Restaurant, wo das Morgenessen auf uns wartet.

Sprungbetrieb Zuerst muss der Flugplatz für den Sprungbetrieb vorbereitet werden: Binokulare werden entlang der Piste verteilt, die Stationen für die Trockenübungen aufgebaut und das Flugzeug bereitgestellt. Bevor es endlich in die Luft geht, stehen aber noch die täglichen Trockenübungen an. Absprung, Notsituationen und Landung werden repetiert, bis die Abläufe sitzen. Dann sind wir endlich bereit zum Springen. Den Anfang macht ein Tandemsprung. Als ich das erste Mal aus dem Flugzeug springe, spüre ich für einen kurzen Moment genau dieses Gefühl von Höhenangst, wie man es aus Filmen kennt. Doch kaum bin ich im freien Fall, ist davon nichts mehr übrig. Noch einmal anders fühlt sich der erste Solo-Sprung an. Plötzlich verlässt man das Flugzeug allein und trotzdem zögert keiner von uns: Der Instruktor gibt den Daumen hoch und raus geht’s. Als sich über mir der Fallschirm öffnet, schreie ich vor Freude. Dieses Gefühl wird auch nach mehreren Sprüngen nicht langweilig. Gleichzeitig geht es im Sprungprogramm rasant vorwärts: Was mit einem einfachen Absprung beginnt, führt schon bald zu Tests mit Drehungen und Saltos, die innerhalb weniger Sekunden im freien Fall sitzen müssen. Während des Sprungs wird der Absprung aus dem Flugzeug gefilmt, während weitere Instruktoren vom Boden aus Freifall und Landung mit Binokularen beobachten. Anschliessend wird der Sprung im Debrief gemeinsam mit den Instruktoren besprochen und analysiert, damit wir die Erkenntnisse beim nächsten direkt umsetzen können.   Kameradschaft Unser Kurs war zweisprachig – Deutsch und Französisch. Die Sprachbarriere hielt uns jedoch keineswegs davon ab, miteinander zu kommunizieren. Im Gegenteil: Ich würde sogar sagen, dass sie unseren Zusammenhalt stärkte und für einige lustige Momente sorgte. Während des gesamten Kurses wurde uns immer wieder klargemacht, dass wir ein Team sind. Ob beim Morgensport oder beim gemeinsamen Auftreten, wir mussten als Einheit funktionieren. Es ist erstaunlich, wie schnell gute Freundschaften entstehen können, wenn man gemeinsam solche intensiven zwei Wochen erlebt.

Zwei Wochen, die bleiben In dieser Zeit haben wir viel erlebt. Besonders geblieben ist mir die Erkenntnis, wie viel man in kurzer Zeit erreichen kann, wenn man wirklich Vollgas gibt. Nach dem letzten Sprung war es ein komisches Gefühl zu wissen, dass dies für einige Wochen der letzte sein würde. Doch vorbei ist es noch lange nicht. Der Kurs hat meinen Wunsch, Fallschirmaufklärer zu werden, nochmals deutlich verstärkt und meine Motivation für den Weg, der noch vor mir liegt, ist grösser denn je.

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