Eine Gruppe von Jugendlichen posiert vor einem Flugzeug während dem SPHAIR Flugkurs.
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Erfahrungsbericht aus Grenchen (Kurs 1-06-26)

Ein ehrlicher Rückblick: Was uns erwartet hat, was wir gelernt haben und warum sich der Kurs lohnt.

Am Sonntagabend kamen wir in Grenchen an. Die übliche Mischung aus Vorfreude und leichter Nervosität war spürbar, aber das legte sich schnell. Schon am Montagmorgen sassen wir zum ersten Mal in der Piper Warrior und ab da ging es Schlag auf Schlag.

Das Wetter in der ersten Woche spielte voll mit. Gute Sicht, stabiler Himmel, der Flugplan konnte ohne Anpassungen durchgezogen werden. Der Fokus lag auf den "4 Fundamentals", also den Grundlagen des Fliegens. Die Lernkurve war steil, keine Frage. Im Cockpit schrumpft die Hirnkapazität anfangs auf ein Minimum, Checks, Procedures, Funken, Steuern, alles gleichzeitig. Aber mit jedem Flug wurde es besser, routinierter, und irgendwann kam auch der Spass richtig durch.

Am Mittwoch der ersten Woche gab es dann ein ziemlich cooles Erlebnis: Der Policy & Standardisation Flight Instructor der Schweizer Luftwaffe war bei uns vor Ort. Dazu kam eine Vorführung des PC-7 Display Teams direkt über dem Flugplatz. Die Formationsflüge der Pilatus-Maschinen waren schon eindrücklich anzuschauen, das muss man zugeben. Danach durften wir den PC-7 unseres P&S-Instruktors aus der Nähe anschauen. Ein guter Moment, um sich nochmal bewusst zu machen, wohin die Reise gehen könnte.

Zwischen den Flügen wurde Theorie gebüffelt, Checks repetiert und Procedures verinnerlicht. Das Programm war dicht getaktet, von morgens bis abends. Das Wochenende kam daher genau richtig, um etwas runterzufahren und das Gelernte zu sortieren. Steep Turns und Stalls standen ebenfalls auf dem Programm. Dabei lernt man die Grenzen der Warrior kennen und entwickelt ein Gefühl dafür, was das Flugzeug kann und wo Schluss ist.

Sonnenaufgang auf dem Flugplatz Grenchen während eines SPHAIR Flugkurses.
Foto: Kandidat Flugkurs

In der zweiten Woche wurde es dann spannend beim Navigationsflug. Eine tiefe Wolkenschicht machte uns einen Strich durch die sorgfältig vorbereitete Planung. Die Route musste spontan angepasst werden, immer wieder, je nach Wolkenbasis. Das war im ersten Moment etwas stressig, aber im Nachhinein eine lehrreiche Erfahrung. Denn genau das ist Fliegen in der Realität: Pläne sind gut, Flexibilität ist besser.

Am Donnerstag der zweiten Woche folgte dann der Testflug mit dem P&S FI. Alles Gelernte nochmal abrufen, verschiedene Manöver zeigen, ruhig bleiben.

Rückblickend waren die zwei Wochen intensiv, lehrreich und haben Spass gemacht. Man wächst als Gruppe zusammen, lernt viel über sich selbst und macht fliegerisch einen grossen Schritt nach vorne. Wer die Möglichkeit hat, ein SPHAIR-Praktikum zu machen: einfach machen. Es lohnt sich.

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