
Voller Vorfreude auf die nächsten zwei Wochen trafen wir am Sonntagnachmittag im Hotel Amante direkt am Flugplatz ein. Da wir vor dem Kurs bereits eine WhatsApp Gruppe erstellt hatten, wussten wir schon einiges übereinander und es war toll, nun endlich auch Gesichter zu den Namen zu erhalten. Wir verstanden uns in der Gruppe sofort sehr gut und waren gespannt auf den Entry Test, welcher uns schon bald erwartete. Im Kursraum angekommen, wurden wir von unseren Fluglehrern begrüsst und mit einigen Informationen versorgt. Und dann war er da - der Entry Test. Uns wurde schnell klar, dass wir noch einiges erwarten können in den nächsten zwei Wochen und wir fleissig weiterlernen müssen. Wir waren alle umso motivierter und halfen uns gegenseitig bei den Vorbereitungen auf den ersten Flug. Am Montagnachmittag konnten wir schliesslich die Lüfte erklimmen. Beim Angewöhnungsflug, bei welchem wir bereits ab dem Start des Triebwerkes die Controls hatten, lernten wir unser Schulungsflugzeug, die Bristell BR23 besser kennen. Schnell wurde uns klar, was am Boden ohne Probleme auswendig funktioniert, ist in der Luft nur noch zur Hälfte präsent. Nach dem Flug und den Theorieeinheiten, hatten wir Zeit, um die Checks and Procedures sowie die neue Theorie zu lernen. Wir sassen uns am Abend im Hangar in die Cockpits und visualisierten sämtliche Abläufe der Checks and Procedures und des Flugprogrammes vom nächsten Tag. So ging die erste Woche vorbei wie im Flug. Kaum am Boden haben wir uns jeweils auf den nächsten Flug vorbereitet. Wir waren erstaunt, wie schnell wir das Flugzeug komplett allein bedienen und mit dem Tower in Bern kommunizieren konnten. Mit der Zeit haben wir sogar gemerkt, wie schön es sein kann, wenn man aus dem Fenster schaut und die Instrumente mal beiseitelässt:) Ein Highlight der ersten Woche war unter anderem der Besuch des P&S FI. Er präsentierte uns die weiteren Schritte zum Militärpilot, erzählte von seinen Erfahrungen und zeigte uns die PC7. Zudem durften wir die ganze Woche von herrlichem Wetter profitieren und wurden im Restaurant Belpmoos bestens verpflegt. Vielen Dank an dieser Stelle.

Nach dem erholsamen Wochenende trafen wir alle am Sonntagabend wieder in Belp ein und genossen einen gemeinsamen Abend beim Kartenspielen. In der zweiten Woche ist uns das Fliegen schon wesentlich leichter gefallen und wir konnten uns bereits besser auf die Details konzentrieren. Wir begannen mit dem Trainieren der Platzrunden, indem wir diese am Montag in unseren Arbeitsräumen simulierten. Da wir bereits den grössten Teil der Theorie in der ersten Woche gelernt hatten, konnten wir am Montagnachmittag die Zeit für einen kleinen Einblick nutzen. Wir erhielten eine Führung von Skyguide und durften den Tower in Bern besuchen. Es war toll zu sehen, wer hinter den Stimmen am Funk sitzt, wie ihre Arbeit aussieht und welch ein herausfordernder Job es ist, stets einen kühlen Kopf zu bewahren, während man mit Flugzeugen, Bodenfahrzeugen und per Telefon ständig den sicheren Flugbetrieb sicherstellt. Am Dienstag haben wir dann das Gelernte vom Montag auf den richtigen Platzrunden angewendet. Ganze 8 Circuits sind wir geflogen, was eine grosse Herausforderung darstellte. Bei teilweise viel Verkehr, Wartekreisen und verschiedenen Wettersituationen war es eine Challenge, die Konzentration bis zum Schluss hochzuhalten. Am Mittwoch stand dann ein weiteres Highlight an, der Navigationsflug zum Militärflugplatz in Alpnach. Von Bern über den Thunersee, Richtung Wengen vorbei an Eiger, Mönch und Jungfrau, dann weiter über den Brünig Pass bis nach Alpnach. Nach einer kleinen Zwischenlandung in Alpnach ging es dann über Rothrist und Herzogenbuchsee zurück nach Bern. Es war unglaublich toll, während dem Flug etwas mehr Zeit zu haben, um die Aussicht zu geniessen. Das war genau das Richtige, um nochmals Energie für den bereits letzten Flug zu tanken. Am Donnerstag stand nämlich bereits unser Kontrollflug mit unserem P&S FI auf dem Programm. Wir dürfen auf unglaublich tolle, lehrreiche, aber auch strenge zwei Wochen zurückblicken. Als Team haben wir viel erlebt und uns gegenseitig sehr gut kennengelernt. Daraus entstanden nicht nur noch grössere Pilotenträume, sondern auch gute Freundschaften. Wir möchten uns nochmals bei unseren Fluglehrern, sowie dem P&S FI bedanken, dass wir so viel über das Fliegen und über uns als Person lernen durften. Diese zwei Wochen werden uns für immer in Erinnerung bleiben!